Die Entdeckung des Automarder-Phänomens In den Jahren 1977/1978 konnten in dem schweizerischen Winterthur erstmals rätselhafte Beschädigungen an Kabeln in den Motorräumen von Kraftfahrzeugen beobachtet werden, als deren Verursacher der Steinmarder Martes foina identifiziert wurde (Muggler, R. (1979): Echte Automarder am Werk. Schweizerische Jagdzeitung (8).
Die betroffenen Autobesitzer wie auch die Automobilindustrie standen dem Phänomen hilflos gegenüber. Auch Zoologen und Wildbiologen hatten keine Erklärung für das sonderbare Verhalten, da zur Lebensweise und dem Verhalten des Steinmarders bislang nur wenig bekannt war.
Unser Projekt
Dies veranlaßte unter anderem die Firmen Audi AG, Daimler-Benz AG und die Bayerischen Motorenwerke AG den Arbeitskreis Wildbiologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen e.V. mit einem Forschungsauftrag zu betrauen, die Ursachen dieses sogenannten Automarder-Phänomens zu klären und mögliche Gegenmaßnahmen zu entwickeln.
Es stellte sich bald heraus, daß es auf Grund des bislang geringen Wissensstandes zum Verhalten des Steinmarders unumgänglich war, breit gefächerte Grundlagenforschung zu betreiben. Darüber hinaus erwies es sich als sinnvoll, verwandte Arten mit in die Beobachtungen einzubeziehen, zunächst den Baummarder, später auch Iltis, Hermelin, Mauswiesel und Mink.
In dem seit 1984 bestehenden Marder-Projekt wurden die verschiedensten Verhaltensbereiche untersucht, insbesondere das Explorationsverhalten, die Mutter-Kind-Beziehung und Ontogenese sowie die olfaktorische Kommunikation. Basierend auf der Grundlage dieser Untersuchungen wurde eine Hypothese zur Klärung des Automarder-Phänomens entwickelt.
In 2003 wurde das Projekt abgeschlossen.
Kontakt: Dr. Beate Ludwig
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